Maria Kanitz: Lauter Hass. Antisemitismus als popkulturelles Ereignis

Im Rahmen der Muhlheimer Zongtage 2026. Eintritt frei.

Popkultur wird zunehmend zu einem Resonanzraum, in dem antisemitische Bilder, Codes und Narrative produziert, zirkuliert und zugleich ästhetisch gebrochen oder verharmlost werden. Spätestens seit dem 7. Oktober 2023 zeigt sich, dass das Medium Pop seiner oft beschworenen emanzipatorischen Selbstbeschreibung nur noch bedingt gerecht wird.

Wie artikulieren sich antisemitische Muster im Pop? Welche Verantwortung tragen Künstler*innen, Festivals und Institutionen, um Antisemitismus sichtbar zu machen, begrifflich zu schärfen und ihm wirksam entgegenzutreten?

Gemeinsam mit Lukas Geck hat Maria Kanitz das Buch „Loud Hatred. Atisemitismus als popkulturelles Ereignis“ verfasst. Die Beiden sehen den 7. Oktober als Anlass, antisemitische Entgleisungen in der Popkultur genauer unter die Lupe zu nehmen. Anhand zahlreicher Beispiele aus den letzten Jahren zeigen sie, in welchem Ausmaß Antisemitismus mittlerweile ins popkulturelle Repertoire eingesickert ist. Sei es die Unterstützung von Boykottkampagnen, Verschwörungsmythen in Liedern oder Konzerte bekannter Rockmusiker*innen, in denen Musik lediglich der Verbreitung antisemitischer Propaganda dient. Bekannte nationale und internationale Musiker*innen nutzen ihre Reichweite, um ihren Hass auf Jüdinnen*Juden oder ihre Bewunderung für Hitler zu verbreiten. Im Ergebnis zeigen sie, wie breit und bereitwillig Antisemitismus popkulturell zelebriert wird.

Maria Kanitz ist Politikwissenschaftlerin und Autorin. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Analyse antisemitischer Ideologien im Musik- und Kulturbetrieb. Zuvor veröffentlichte sie 2022 das Übersichtswerk "Klaviatur des Hasses – Antisemitismus in der Musik".