Zuhören (Teil 3)

in der Kirche St. Engelbert, Engelbertusstr. 47, 45473 Mülheim an der Ruhr
Mit dem Projekt Zuhören entwickeln das soziokulturelle Kunsthaus Makroscope, die Gruppe Ruhrorter sowie das Theater an der Ruhr ein Kooperationsprojekt. Ein partizipatives Klang- und Begegnungsformat, das auf die zunehmende Schließung kirchlicher Gemeinschaftsräume reagiert und nach Verlusten und utopischen Chancen darin fragt. Das Projekt findet im Kontext des Programms der nomadischen Kunst- und Architekturbiennale Manifesta 16+ statt.
Ausgangspunkt ist die Aufgabe von St. Engelbert durch die Gemeinde in Mülheim-Eppinghofen. Für eine Übergangszeit wird die Arbeiter:innenkirche, die Neogotik mit gestalterischen Prinzipien des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg vereint, zu einem Ort, an dem Zuhören als soziale Praxis explizit wird. Auf die Frage nach zukünftigen Nutzungsweisen folgen erschwerende Gründe: Einsamkeit, die finanziell angespannte Lage der Stadt, die Alterung der Gesellschaft. Damit einher gehen aber auch Wünsche nach alten und neuen Formen von Gemeinschaft, geteilter Fürsorge und kollektiver Imagination. Mittels Interviews, Field-Recordings und Chorgesängen geht das Projekt all dem nach und bringt an fünf Tagen im Juli ein lebendiges Stimmenarchiv in der Kirche zur Aufführung. So entsteht ein Resonanzraum, der sich aus den Stimmen der Nachbar:innenschaft speist und das Zuhören als Voraussetzung für ein gemeinsames Sprechen modellhaft erfahrbar macht.
Teil 3: Gemeinschaften
Im dritten Teil des Hörspiels geht es um Gemeinschaft als etwas, das gemacht wird: durch geteilte Verantwortung, Aushandlungen und unbedingt auch Konflikte. In Zeiten, in denen traditionelle Formen von Gemeinschaft an Verbindlichkeit verlieren, stellt sich die Frage, welche Modelle von Zusammenhalt und -leben wir heute eigentlich wollen und wo diese bereits erprobt werden. Wie sehen die Räume dieser neuen Gemeinschaftsformen aus, was brauchen sie? Ergänzend zum Hörspiel wird es musikalische Auftritte der beiden Kirchenchöre "Canticum Novum" und "Cantate Domino" sowie der Instrumentalist*innengruppe geben.
Team: Steffen Börgmann, Max Brands, Kara Handgraaf, Ole-Kristian Heyer, Elisa Kühnl, Franziska Schneeberger, Wanja van Suntum, Lina Wübbenhorst
Der Eintritt zu allen Manifesta-Orten ist frei.
Ein Projekt von Makroscope e.V., Theater an der Ruhr und RUHRORTER im Rahmen der Manifesta 16+ mit freundlicher Unterstützung von: Freunde des Theater an der Ruhr e.V..
Foto: Ole-Kristian Heyer


